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Auszug aus der Chronik des Lehrers Kalthoff

Rudolf KALTHOFF

wurde geboren im Schulhause zu Emmerich am 11. Februar 1881 Freitag abend 10¬ Uhr. Wegen der 5wöchigen Krankheit seiner Mutter wurde er erst am Sonntag den 27. März 1881 getauft. Die Taufe vollzog Pfarrer Reinhard. Als Pathen nahmen wir 1) den Lehrer Friedrich Nohlen zu Vosnacken bei Langenberg und 2) meine Nichte Fräulein Lisette Nockemann zu Barmen (gegenwärtig Zögling des Kleinkinderlehrerinnenseminars zu Halberstadt). Die Pathen konnten nicht zugegen sein, sie wurden vertreten durch meinen Bruder Gustav, der das Kind zur Taufe hielt und meiner Frau. Von seiner Pathin Lisette Nockemann hat er kurze Zeit später eine hübsche Hausbibel zum Geschenk erhalten. Bis jetzt 1883 hat sich der kleine Rudolf körperlich wie geistig sehr gut entwickelt.

17. October 1887 - Bis jetzt ist er von schwächlichem Körperbau geblieben, dabei aber ganz gesund. Er beträgt sich gut und gar freundlich ist sein lieber Blick aus den großen dunkelblauen Augen. Ostern dieses Jahres ist er aus der Kleinkinderschule heraus - und in die Volksschule eingetreten, welcher ich gegenwärtig vorstehe. Er besitzt gute Anlagen und wird wie bisher gute Fortschritte machen.

24. Juni 1888 - Seit Ostern ist er Schüler der 1. Abteilung in der Unterklasse bei Tidden, der wohl seit Ostern pensioniert ist, aber zur Aushilfe den Unterricht in der Unterklasse noch versieht.

18. Januar 1891 - Rudolf hat sich körperlich und geistig gut entwickelt. Er sitzt jetzt in der 1. Abteilung der Mittelklasse bei Papa, er lernt gut; besonders kann er auch gut zeichnen.

25. April 1892 - Im vergangenen Schuljahr besuchte Rudolf die 1. Klasse unserer Volksschule, aus der er nun vor Ostern wieder ausgetreten ist, um die Rektoratschule zu besuchen. Morgen wird er in dieselbe eintreten.

15. April 1894 - Bisher hat sich Rudolf auf dieser gut gehalten, besonders hat er in dem vergangenen Jahre gute Fortschritte gemacht. Seit April des Jahres wird diese Anstalt an Stelle des Pfr. Vielhaber von dem Gymnasiallehrer Herrn Vogt geleitet. Am 10. April d.J. ist Rudolf zu Pfr. Vielhaber in den Konfirmandenunterricht gekommen.

20. April 1895 - In den Herbstferien des vorigen Jahres machte Rudolf mit mir eine Reise nach Kaiserswerth, Düsseldorf, Mülheim am Rhein, Köln, Bonn, Honnef. Wir besuchten auch das Siebengebirge und den Laachersee (Näheres hierüber bei "Allerlei Begebenheiten")

Am Palmsonntag des Jahres, den 7. April, wurde er durch Pfr. Vielhaber confirmiert. Er erhielt den Segensspruch: "Joh. 13,15. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe."

Vor 6 Jahren erhielt auch Adolf diesen Spruch. Nichte Lisette Nockemann, seine Pathin, hatte ihm von Burg (Magdeburg) aus zur Confirmation eine Gratulationskarte und ein hübsches Gedichtbuch, von Lehrer Braeuer, geschickt.

7. November 1896 - Bis zum Herbst vorigen Jahres blieb Rudolf noch in der Rectoratschule und trat dann als Lehrling in die Romensche Lithographische Anstalt ein. Obwohl er hier Geschick und Fleiß zeigte, ließ ich ihn nicht länger als 2 Monate dort, denn einesteils erwies sich das Personal der Anstalt als zu ungebildet und sittenlos, anderenteils benahm sich Romen selbst recht unwürdig gegen ihn, auch war der tägliche Aufenthalt in dem ungesunden neuen Gebäude viel zu lang (12 Stunden), so daß Rudolf oft krank nach Hause kam.

Drei Vierteljahre erteilte ich ihm nun Unterricht zur Vorbereitung für den Eintritt in eine Präparandenschule Lust und Liebe zum Lehrerberuf wollte sich bei ihm aber nie so recht zeigen. Als er nun im September sah, wie sein Bruder Wilhelm so schön zeichnete und malte, da erwachte auch bei ihm aufs neue der Trieb, den Beruf seiner Brüder zu wählen. Er will ein Dekorationsmaler werden und habe ich ihm versprochen, ihn im nächsten Frühjahr zur Kunstgewerbeschule nach Düsseldorf zu schicken. Bis dahin wird er sich hier weiter mit Zeichnen und Malen beschäftigen. Es freut mich, daß er jetzt ganz mit sich zufrieden ist.

3. September 1897 - Seit April d.J. besucht Rudolf die Kunstgewerbeschule zu Straßburg. Wir haben ihn hierhin ziehen lassen, weil er da bei Gustav wohnen konnte. Er hat da bis jetzt mit vielem Fleiß und bestem Erfolg gearbeitet und ein schönes Zeugnis mitgebracht, als er am 3. August hierher kam, um seine Ferienzeit bei uns zuzubringen. Er ist jedoch nur bis zum 21. August hier gewesen, da wir auf Gustavs Bitte eingingen, ihn zu ihm herüberkommen zu lassen, um ihm in seinem angefangenen eigenen Geschäfte behülflich zu sein.

Am 22. August kam er bei Auguste in Frankfurt an, mit der er an diesem Tage, einem Sonntag, ihren Geburtstag im Palmengarten feierte. Am folgenden Tage kam er glücklich bei Gustav an und leistet ihm nun Hilfe. Nach Beendigung der Ferien wird er die Schule wieder besuchen. Wahrscheinlich wird er sich dazu entschließen, die Lithographie zu erlernen und auf diesem Gebiete sich eine Stellung erwerben.

8. März 1896 - Um Gustavs Geschäft aufrecht zu erhalten, ist Rudolf den Winter hindurch bei ihm geblieben, hat ihm treu geholfen und an manchen Tagen mit ihm gedarbt. Vielleicht wird er nun auch Dekorationsmaler. Der kommende Sommer wird für ihn in der Wahl seines Berufes entscheidend sein.