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zuletzt aktualisiert am 16.12.2008

Johannes van der Linden van Slingeland

ein Name, der in Kunstkreisen noch heute bekannt ist.

Der Sohn de Kaufmanns und Münzmeisters in Dordrecht, Adolf van der Linden und seiner Ehefrau Margarita van Slingelant, wurde am 15 Febr. 1701 in Dordrecht getauft. Wie schon sein Vater, war auch er Eisenkaufmann in Dordrecht und von 1749 bis 1752 "provoost van de Munt van Holland" (1749-1752). Der Junggeselle stirbt am 17. Dezember 1782 in Dordrecht und am Beerdigungstag (18.12.1782) werden die Glocken der Grote Kerk morgens eine halbe Stunde und mittags von 11 bis 13.15 Uhr geläutet werden, und zusätzlich zu den normalerweise für Beerdigungen zugelassenen zwei Kutschen sind weitere 9 Kutschen vermerkt.

Aus seinem Leben sind folgende Daten bekannt:

Am 2. Dez 1729 legt er die Meisterprüfung ab und wird Münzmeister, von 1749 bis 1752 ist er "provoost van de Munt". (Quelle: W. Dolk, Het Serment van de Munt van Holland te Dordrecht, in: Jaarboek van het Centraal Bureau voor Genealogie, deel V ['s-Gravenhage 1951], Seite 157)

1744 verkauft er ein Haus am Nieuwe Haven, zwischen der Lange Houten Brug und der Lamstraaje für 2583 Gulden ein Haus an Pieter Backus.

1748 erteilt der Kaufmann Johan van der Linden van Slingelandt, der zu einem Viertel Miteigentümer des Schiffes "Angelia Maria" ist, Vollmacht an Witwe Willem Thomson & Sohn in Rotterdam, um bei der Admiralität in Rotterdam eine Bescheinigung zu besorgen, aus der hervorgeht, dass das vorgenannte Schiff unter holländischem Schutz steht, in der Hoffnung hiermit bei den Algeriern freie Durchfahrt zu bekommen.

Aus einer Notariatsakte vom 30 Okt. 1749 geht hervor, dass er der Vormund des Predigers in Meteren, Cornelis Johannes Velsen, dem Sohn seiner verstorbenen Halbschwesterder Maria Bon war und die vorgelegte Abschlussrechnung besagt, dass die Ausgaben die Johannes van der Linden van Slingeland hatte (37281 Gulden) den Nachlass (33.829 Gulden) übersteigen.

1750 erteilt er dem Kaufmann Cornelis Wor in Nantes Vollmacht, die Schulden in Höhe von 760-1-6 Livres für Eisen-Lieferungen an den zwischenzeitlich verstorbenen Willem Onder de Linden aus Nantes einzutreiben, bzw. die Ware zurückzufordern.

Am 5 Oktober 1758 setzen Johan van der Linden van Slingelandt und seine Schwester Anna Margarita van der Linden, die bei ihrem Bruder lebt, sich testamentarisch gegenseitig als Universalerben ein. Zum Testamentsvollstrecker wird der Schwager Hendrik van der Meij in Rotterdam benannt. In der Notariatsakte ist vermerkt "Testament van twee personen, elk boven de 50.000 gl. gegoed". Die genaue Höhe des Vermögens bleibt ungenannt

3 Mai 1775: Johan van der Linden van Slingeland verkauft ein Haus in Kleine Lindt an den Schmiede-Meister Jan Visser aus Heeroudelandsambacht zum Preis von 1000 Gulden.

Im August 1782 erteilt er Vollmacht an Paulus Lenge,Kaufmann in Vlissingen, um Schulden bei Catharina van den Bergh, Witwe des Dirk Droue in Middelburg einzufordern.

Wenige Tage nach dem Tod seiner Schwester, am 10. Dezember 1782, macht Johann van der Linden van Slingeland folgendes Testament: Sein Diener Ary Geervliet bekommt lebenslängliche 8 gl. wöchentlich sowie seine kleine Schute, sein Diener Bastiaan van der Ent die große Schute. Cornelia van der Crab soll, aufgrund der vielen seiner verstorbenen Schwester erwiesenen Dienste, eine Summe von 1400 gl. und lebenslänglich einen jährlichen Betrag von 400 gl. erhalten, ausserdem alles, was sie dem Testator und seiner verstorbenen Schwester noch schuldig ist. Sein Neffen Cornelis Johannes Velse, emerierter Pfarrer in Puttershoek, erhält eine Summe von 17.000 Gulden. Sollte der Neffe ohne Nachkommen versterben, soll diese Summe den anderen Erben zustehen. Seine sämtlichen anderen Güter vermacht er seinen Neffen und Nichten: Herrn Adolph van der Meij van der Linden, Schöffe und Ratsmitglied in Dordrecht, Sara Margareta van der Meij, Ehefrau des Justus van der Meij, Notar in Rotterdam und Herberta Maria van der Meij, wohnhaft in Rotterdam. Zum Nachlassverwalter bestimmt er Adolph Herbert van der Meij van der Linden und Justus van der Meij, und erteilt ihnen die "magt om zijn testateurs cabinet schilderijen en rariteijten publiquelijk te verkopen."

Er bestimmt also hiermit, dass seine bedeutende Kunstsammlung (allein 38 Werke von Aelbert Cuyp) nach seinem Tode öffentlich versteigert werden soll. Heute hängen diese Gemälde in Museen der ganzen Welt.

Zum Schluss seines Testaments erklärt er noch, dass sein Neffe, der Herr Adolph Herbert van der Meij van der Linden, seine Stelle an der Münze übernehmen soll und die anderen Erben hierfür entsprechend zu entschädigen sind.

Am 11. Dezember 1782 erklärt Joan van der Linden van Slingeland, dass er wünscht, dass seine Kapelle in der Grote Kerk, genannt "de Verwerskapel" *, von seinen im Testament vom 10.12.1782 genannten Erben für immer unterhalten werden soll und die entsprechenden Papiere jeweils von dem Ältesten der Erben aufbewahrt werden sollen. Weiterhin erklärt er, dass er seinem Neffen Adolph Herbert van der Meij van der Linden sein Wohnhaus auf dem Wolwevershaven in Dordrecht, die zwei Ställe gegenüber von diesem Haus, ein Haus gegenüber vom Wohnhaus, zuletzt an den Makler Jan Nierhof vermietet gewesen, ein Haus schräg gegenüber von dem Wohnhauses, bewohnt von Frau Grim, vier Häuser an der Ecke Nieuwstraat, das erste vom Juden Hartog bewohnt, das zweite von Kimijser, das dritte von Vrijmoed und das vierte von Rosa, ein Haus an der Ecke der Tolbrug, bewohnt von dem Miedermacher Schats, ein Haus auf dem Groenmarkt an der Visbrug, bewohnt von Deseri und ein Lagerhaus auf dem Groenmarkt neben dem Haus von Herman van Bracht erben soll. Ausserdem hinterläßt er dem genannten Neffen ein Perlmutthorn und ein Schiffchen mit Tauen aus Gold.

Über diese Häuser berichtet die "Werkgroep Het Nieuwe Werck, Dordrecht" ausführlich in ihrem Heft Nr. 25 von Juli 2008.
http://www.boezeman.nl/werkgroep/ in der Rubrik "huizenonderzoek"

* Die am 21. März 1422 gestiftete Sint Stevenskapel in der Grote Kerk gehörte der Färbergilde, die Gräber waren auf die Namen der Buchhalter der Gilde eingetragen. Am 9 juni 1769 wurde die Kapelle von der Schiffergilde übernommen. Als Eigentümer der Gräber sind genannt:
J. van der Linden van Slingeland   16 Aug. 1769
A.H. van der Mey van der Linden   30 Mai 1783
Vrouwe Maria van Ourijck (seine Witwe)   29 März 1816
(Quelle: J. L. van Daalen, De Groote Kerk te Dordrecht [Dordrecht 1927], p. 114)