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Dam HEINTGES, Schmied in Lintorf

Er ist vermutlich der älteste Sohn des Schmiedes Adolph Heintges in Lintorf, geboren 1622 und gestorben am 02.02.1673.

Wann er Irmken von der SCHLIPPEN heiratet ist nicht bekannt, aber mit Sicherheit vor 1652.

Sein Grabstein befindet sich - wie auf der Eingangsseite beschrieben - heute an der Ostseite der Lintorfer St. Anna-Kirche.

Dam Heintges Mutter ist die Schwester von Jan Brackermann, dem Besitzer des Görsenkothen, dem damals größten Gut im Osten Ratingens. Mitglieder der Familie Heintges sind nicht nur im Handel mit Eisen und Schmiedewaren tätig sondern auch als Kaufleute international erfolgreich. Sein Onkel, Coenraet Damiz. van der Linde in Dordrecht, erwähnt Dam Heintges in seinen Testamenten und verfasst kurz vor seinem Tod einen handschriftlichen Nachtrag an Dam, worin er ihm und seinen Geschwistern sowie der reformierten Gemeinde große Summen vermacht. In den Dordrechter Notariats-Urkunden über die späteren Verhandlungen um diese Erbschaft ist auch Dam Heintges Unterschrift zu finden:

Wenn auch Dam Heintges der Ausgangspunkt für diese gesamte Forschung war, über sein Leben ist bisher nicht viel bekannt.
Aus den Kirchenregistern ergibt sich folgendes Bild:

Im Jahr 1666 bzw. 1667 lebt, neben seinen eigenen Kindern und dem Knecht Jan von der Dörnenburg, auch der Sohn seiner verstorbenen Schwester Styngen, Mauritz von der Schlippen, mit in seinem Haushalt.

2 Jahre nach Dams Tod heiratet seine Witwe Irmken einen Heinrich vom Scheut aus Ratingen. Wie in der Beschreibung von Dams Sohn Christoffel zu sehen ist, wohnt sie dann nicht mehr in Lintorf, denn in den Linneper Konsistorialakten von 1693 wird sie als „reiche Witwe in Ratingen“ bezeichnet

Dam Heintges Kinder gehen Ehen mit Angehörigen bekannter Familien wie Lucas und Weidtmann ein, und unter den Taufpaten der Enkel findet man neben Celia von der Linden, der Enkelin des Coenraet Damisz. in Dordrecht, auch Angehörige der Familie Maurenbrecher.

Coenraet Damisz Enkelin Celia ist mit Jacob Casteleijn, dem Ratsherrn von Schieland und wohlhabenden Kaufmann in Rotterdam, verheiratet. Ihre Schwester Johanna van der Linden ist mit Adriaan van Slingelandt verheiratet, dem Sohn des Postmeisters Cornelis van Slingelandt in Dordrecht. Die Düsseldorfer Familie Maurenbrecher gehört im 17. Jahrhundert zu den Pionieren des Postwesens - sie erhält 1668 das pfalzgräfliche Privileg zur Einrichtung einer Fahrenden Post im Herzogtum Berg - gefahren werden dürfen Personen und Frachtstücke -, 1675 folgt ein kurbrandenburgisches Privileg durch den großen Kurfürsten.

Der Grabstein an der Anna-Kirche deutet es schon an, die Nachforschungen in den Archiven bestätigen es: Die Lintorfer Familie Heintges gehört im 17. Jahrhundert einem sehr wohlhabenden und gebildeten Kreis mit internationalen Beziehungen an. Das Dorf Lintorf ist also in dieser Zeit nicht nur ein Ort armer Kleinbauern, die tagtäglich mit der Bearbeitung des kargen Sandbodens ums Überleben kämpfen.

 

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