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Christoffel HEINTGES

Schmied, Kaufmann, getauft am 06.12.1662 in Lintorf, gestorben am 16.08.1725 in Lintorf

Otto Wilms berichtet in der Zeitschrift "Die Quecke" Nr. 69 von 1998, herausgegeben vom Lintorfer Heimatverein, von einer "höchst vertrackten Liebesgeschichte aus der Zeit nach dem Dreißigjährigen Kriege". In den Büchern der reformierten Linneper Gemeinde befinden sich Protokolle, die von Otto Wilms hier ausführlich darstellt werden.

Demnach werden Entjen zu Stein und Christoffel Heintjes (der Sohn einer reichen Witwe aus Ratingen, wie es in späteren Protokollen heißt ) am 26. Oktober 1692 in Linnep zum ersten Mal proklamiert. Daraufhin wird dem Prediger Bernsau ein Schreiben des Landdechanten von Lintorf überbracht, wonach Peter und Gertrud Tenofen sowie deren Sohn (die Familie ist katholisch) Einspruch gegen diese angekündigte Heirat einlegen. Der Sohn Peter habe im vergangenen Jahr um Entjen gefreit und ihr auch "einig Geld auf treu gegeben" und bei Vater Jannen zu Stein um die Hand seiner Tochter angehalten. Nach einem gemeinsamen Essen der beiden Familien sei eine Heirat im kommenden Herbst vereinbart worden. - Die Familie Stein stellt diese Angelegenheit anders dar, und die weiteren Proklamationen werden erst einmal ausgesetzt und der Ältestenrat einberufen. Hier findet keine Einigung statt und am 4. November schreibt der Ratinger Richter an den Linneper Prediger, dass Peter Then Offen Klage eingereicht habe. Der Linneper Prediger wendet sich an die Bergische Synode und dort wird beschlossen, die Proklamationen fortzusetzen. Am 8. und 22. November wird das Paar zum 2. und 3. Mal aufgeboten. Der Prediger erhält daraufhin vom Ratinger Gericht einen Strafbefehl über 50 Gulden und das strikte Verbot, die Trauung vorzunehmen. Jan zum Stein reicht Gegenklage beim Gericht in Angermund ein, und Peter ten Ofen schaltet das Kölner Erzbischöfliche Generalvikariat ein.

Vor Gericht gibt Jan zu Stein für seine Ablehnung dieser Heirat neben dem Grund, dass seine Tochter nicht "frey bey ihrer Religion könne bleiben" an, dass Peter eine Beziehung zu Elsjen Sourmans habe. Peter ten Oven widerlegt dies mit einer Bescheinigung des Gerichts aus dem Jahre 1690, in der bestätigt wird, dass er "von angestellter Klage" der Elsjen Sourmans "zu absolvieren sey". Nach mehreren Terminen ordnet der Ratinger Richter für den 18.5.1693 die Eidesleistungen der Beteiligten in Bezug auf die falschen Anschuldigungen und Arglist an, und am 25.2.1694 erfolgt endlich der Freispruch für Jan zu Stein und seine Tochter.

Die weiteren Ereignisse sind nicht ganz klar.

Hat Christoffel jetzt wirklich Entgen am Stein geheiratet?

Fest steht jedenfalls, dass Christoffel Heintges am 17.10.1696 in Ratingen die Margaretha Abrath aus Düssel heiratet. Und weder beim Eintrag des Aufgebotes in Düssel noch bei der Trauung in Ratingen ist vermerkt, dass Christoffel Witwer ist.

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