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Christophorus HENRICI

Prediger der reformierten Gemeinde Ratingen von 1664 bis 1679.
In dieser Zeit wird 1668 der Grundstein der reformierten Kirche gelegt.

Geboren wird Christoffel, der Sohn des Lintorfer Schmiedes und Kirchenältesten Adolph Heintges im Jahr 1637. Er besucht ab 1650 das Duisburger Gymnasium. Im "Album I des Gymnasiums in Duisburg 1623-1703" findet sich seine Anmeldung unter dem Datum vom 9. Mai 1650: Christophorus Henrici oder Hintjes, Montanus, 13 ann., fabri ferrarii filius. Classis Quartae.

Und am 19. Oktober 1655 schreibt er sich in die Matrikel der Duisburger Universität ein: "Christophorus Henrici, Lintorpio-Montanus, 18 annorum. Nuper promotus ex callsibus Duisburgensibus et nomen professus".


       Eine an der Duisburger Universitätsbibliothek vorhandene theologische Disputationen versieht er mit einer handschriftlichen Widmung an seinen Bruder Heinrich und auf der zweiten Seite dankt er seinem Onkel Conrad Damessen:

DN. CONRADO DAMESSEN Patruo fuo imò Patri, Negotiatori apud Dordracenos celeberrimo filiali semper amore ac reverentiâ completendo
"den Conrad Damessen, seinen Onkel und geradezu Vater, bekanntester Kaufmann in Dordrecht, stets mit kindlicher Liebe und Verehrung umarmend."

            

In den Duisburger Konsistorialakten ist vermerkt, dass Christoffel Henrici am 18. August 1660 ein Kirchenzeugnis erhält. Nach 5 Jahren Studium in Duisburg geht er nach Leiden in Holland, um seine Studien an der dortigen Universität fortzusetzen.

Nach dem Studium zieht es Christoph Heintges wieder zurück in die Heimat. Der Prediger der Ratinger Gemeinde, Heinius Thomas Balduin, ist verstoben und nach zähem Ringen gegen seinen Mitbewerber, den ehemaligen Duisburger Studienkollegen Gottfried Peill aus Elberfeld, wird Christoffel Heintges alias Christophorus Henrici ab 1664 Pfarrer der reformierten Ratinger Gemeinde.

             Trauregister Salvator-Kirche Duisburg
Trauung am 24.3.1665:
Herr Christophorus Henrici
Prediger zu Rattingen
und
Junffer Catharina Wunders,
seeligen Johannes Wunders gewesenen
treufleißigen
Predigers hierselbsten eheliche na
gelaßene Tochter

In erster Ehe ist Christoffel Henrici mit einer Pfarrerstochter aus Duisburg verheiratet. Nach deren Tod heiratet er die aus Mülheim stammende Sibilla Hülsbusch aus den Foren.

Während der Dienstzeit des Christophorus Henrici wird der Grundstein für den Bau der reformierten Kirche in Ratingen gelegt. Hierfür schenkt der kurfürstl. brandenburgische Rat Werner Lukas Blaspiell zu Cleve, der aus Ratingen stammt und ein Onkel von Christoffel Henricis ehemaligem Studienkollegen Lucas Blaspiel ist, der Gemeinde den für 40 Taler erworbenen Bauplatz. Zugleich schenkt er die ersten 100 Thaler für den Bau.

Witwe von Bauer, Freifrau von Frankenberg auf Rommeljan, vermacht der Gemeinde in ihrem Testament vom 22. Februar 1655 ebenfalls 100 Taler.

Ein im Pfarrarchiv erhaltenes Dokument aus dem Jahre 1664 enthält ein Vermächtnis des Onkels des Predigers, Coenraet Damissen in Dordrecht, in dem zur Zahlung des Pfarrergehalts 2000 Taler vermacht werden. Auch sonst erhält die Gemeinde, die diese Hilfe sehr gut gebrauchen kann, eine ganze Reihe größerer und kleinerer Stiftungen.

 

Eintrag des Ratinger Pfarrers Christophorus Henrici im Album amicorum des Johann Philip Mülhauser am 31.7.1668 in Dordrecht

(Quelle: Koninklijke Bibliotheek, Den Haag)

 

Christoph Henrici stirbt im Jahr 1679 im Alter von nur 42 Jahren. Sein Tod muss überraschend gewesen sein, denn in den Konsistorialakten wird berichtet, dass man nach seinem Tod einige Kollektengelder vermisst und den Verstorbenen beschuldigt, diese nicht abgeliefert, sondern für sich verbraucht zu haben. Der Predigerwitwe soll nun ihre kärgliche Pension vorenthalten werden. Nach bangem mühevollen Suchen findet sie aber unter den Papieren ihres Mannes die Quittungen, die die rechtmäßige Ablieferung der empfangenen Kollektengelder bezeugen.

           

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